Die Anwärtereule sagt, die Nacharbeit einer Klausur dauert mindestens

genauso lange wie das Schreiben selber

Klingt vielleicht gerade für diejenigen, die noch ganz am Anfang ihrer Vorbereitung sind etwas provokant, ist aber leider so und sollte jedem bei seiner Zeitplanung bewusst sein.

Die Klausur zu schreiben dauert sechs Stunden, eigentlich, gerade bei den Fernkursen werdet ihr feststellen, dass die Zeit nicht ausreicht. Ich habe besonders am Anfang oft über die Zeit hinaus geschrieben. Mit der Zeit wird man allerdings immer schneller. Macht euch nach Ablauf der sechs Stunden eine Markierung und schreibt weiter. Wenn ihr die Korrektur zurück erhaltet, könnt ihr euch dann ansehen, wieviel Punkte ihr Insgesamt geschafft habt und wieviel bis zu diesem Zeitpunkt. Aus eigener Erfahrung, ich war in den Präsenzklausuren immer fokussierter und schneller als zu Hause.

Nach der Abgabe solltet ihr entweder am gleichen Tag oder dem Tag darauf die Musterlösung durcharbeiten. Von Vorteil ist es, wenn ihr an einer Klausurennachbesprechung mit Dozent teilnehmen könnt. Das kann auch ein Video on demand sein. Scheut euch nicht, den Dozenten Fragen zustellen. Ihr könnt diese auch per Email an euren Anbieter schicken.

Bei Lücken heißt es sich in den nächsten Tagen mit diesen Themen noch einmal auseinander zusetzen, sei es mit einem Skript aus der Stoffvermittlung oder durch Fallsammlungen.

Nach ein bis zwei Wochen erhaltet ihr eure Korrektur. Eine schlechte Note kann den Gemütszustand schon mal ganz weit nach unten ziehen. Guckt euch eure Lösung und die Anmerkungen des Korrektors genau an und vergleicht mit der Musterlösung.

Hand aufs Herz- Hättet ihr die Klausur nun nicht wesentlich besser geschrieben?

Wahrscheinlich schon!

Also Krone richten und stolz auf eure Leistung sein. Bitte niemals die Klausur nicht zur Korrektur einreichen, weil ihr euch schämt. Ihr bezahlt die Korrektoren dafür, dass sie sich mit eurer Klausur auseinander zusetzen! Es gibt dabei ganz tolle Korrektoren, die richtig mit Herzblut dabei sind und tolle Hinweise geben. Aber leider auch welche die merklich im Akkord korrigieren. Da sind schon die lustigsten Benotungen rausgekommen und plötzlich ist die 5,0 eine 4,5. Solltet ihr mit der Korrektur nicht zufrieden sein, schreibt euren Anbieter an, wie bereits gesagt, ihr zahlt dafür!

Gerade die Klausurenkurse kurz vor dem Prüfungstermin enthalten Beates berühmten Sonderlocken und lassen einen verzweifeln.  Aber meint ihr, im Echtexamen schreibt man tatsächlich über eine Organschaft oder eine Realteilung mit 80 Punkten oder ausschließlich über Bilanzberichtigung. Lasst euch von solchen Klausuren nicht aus der Ruhe bringen.

Nach der oben beschrieben Vorgehensweise sind locker noch einmal sechs wenn nicht sogar, 10 oder 20 Stunden Nacharbeit verbraucht. Also überlegt vorab genau, wie viele Klausurenkurse überhaupt für euch sinnvoll sind.


Die Königsdiziplin in der Nacharbeit

Nehmt euch in den letzten vier Wochen vor dem Examen alte, bereits von euch geschrieben Klausuren. Schreibt diese im Telegrammstil noch einmal in zwei bis drei Stunden runter und überprüft danach, ob ihr die Schwerpunktthemen in dieser Klausur nun verstanden habt. Ihr werdet euch wundern, wie ihr euch in den letzten Wochen weiter entwickelt habt.

Noch ein Tipp. Einige Anbieter haben einen festen Abgabeplan. Die Klausuren müssen innerhalb von zwei Wochen eingereicht werden, ansonsten entfällt der Anspruch auf Korrektur. Das kann zeitlich schon mal, gerade vor der Freistellung, eng werden.  

Meiner Meinung nach, kommt es nicht auf eine bestimmte Anzahl von geschrieben Klausuren an, sondern

  • die Standartsätze müssen ihr blind runter schreiben können
  • die Grundfälle aus dem FF beherrschen
  • die Lösung systematisch aufarbeiten können

Damit sind euch die „Fußgängerpunkte“ sicher. Manche von euch brauchen dafür vielleicht nur 15 Klausuren vorab, viele 40 und der ein oder andere auch 60. Aber das A und O ist die Nacharbeit, ansonsten nützt euch keine einzige geschriebene Übungsklausur etwas.

Herzlichst eure Sunny

2 Kommentare

  1. Hallo Sunny,
    du sprichst aus was ich die ganze Zeit denke. Ich habe die Gespräche verfolgt über den Knoll Klausurenkurs (27 Klausuren) als Basic und dazu noch unzählige weitere Klausuren bei jedem Anbieter und on top noch die unzähligen Klausuren aus der Datenbank von Steuer und Studium! Die alle zu schreiben kosten schon mehr Zeit als da ist! Da kann die Nacharbeit nur auf der Strecke bleiben. Meine Chefin hat mir geraten mich auf meinen Anbieter einzulassen und nicht noch panisch nach rechts und links zu schauen und 1000 Zusatzkurse, Zeitschriften und Bücher zu kaufen! Alle wissen um die Bedeutung der Nacharbeit, aber setzen das das Wissen nicht um. Ich kenne viele die es im ersten Anlauf geschafft haben und nur bei einem Anbieter waren. Es scheint zu funktionieren!
    Schönes Klausurennacharbeiten

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