Nur die ungeschickten Arbeiter schimpfen über ihr Werkzeug

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich könnte jetzt irgendetwas hochmütiges sagen und da es sich um ein russisches Sprichwort handelt, würde mir da einiges einfallen!

Allerdings denke ich, wer im Glaskasten sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Wenn ich bedenke wie dusselig ich mich mit meinem Werkzeug zuweilen anstelle …
… ist ja nicht so als hätten die Superstreber unter uns andere Paragraphen, Richtlinien und Erlasse zur Verfügung als ich …

Machen wir uns nichts vor, hier geht es nicht um Geschicklichkeit , Kreativität oder Fingerfertigkeit. Letztendlich geht es um Verstehen, Auswendiglernen und das Anwenden in einer bestimmten Art und Weise. Wir wären doch nicht hier, wenn wir das nicht eigentlich können würden!

Dann legen wir mal los, Rote Backsteine auf den Tisch und die Technik verfeinern …

Ich dachte heute haue ich mal einen raus und mache mal ein wenig AO, Die Klausur wirkte so nett! Die Basics mit Einspruchsverfahren, Korrekturvorschriften, Verjährung …

Ich habe es tatsächlich geschafft in den 2 Einheiten den gesamten Fall zu skizzieren! Mal sehen wie lange ich brauche um das in Worte und ganze Sätze zu bringen, Snacks sind jedenfalls genug da …
Um 8 Uhr geht es wieder mit meiner Freundin zum Schlachtensee und dann schauen wir mal was der Tag so an Überraschungen bereit hält.

Die Geschichte von Taxvader hat mich schon sehr nachdenklich gemacht. Ja, wir haben alle denselben Werkzeugkasten und an Ehrgeiz und einer gewissen Intelligenz mangelt es uns wohl auch nicht. Woran liegt es dann, dass es nur so wenige von uns schaffen? Mangelnder Wille, fehlendes Glück? Talent? Ich habe letzte Nacht lange nach einer Antwort gesucht. Es bedarf sicher weiterer Nächte. Habt ihr eine Antwort?

Ich wünsche euch viel Kraft und Zeit zum Lernen

LG aus Berlin
Beate

Tag 7, Steuerberaterprüfung 2022 in 513 Tagen
… auf dem Weg zur Steuerberaterprüfung

4 Kommentare

  1. „Woran liegt es dann, dass es nur so wenige von uns schaffen? Mangelnder Wille, fehlendes Glück? Talent?“

    Ich glaube, liebe Beate, es kommt darauf an.

    Ist jeder, der sich anmeldet, rein intellektuell in der Lage, die Prüfung zu bestehen? Warum sollte das so sein? Warum sollte es nicht den einen oder anderen geben, der sich selbst zuviel zutraut, rein intellektuell gesehen? Und dann durchfällt…

    Wenn wir davon ausgehen, dass das intellektuelle Rüstzeug vorhanden ist, dann bedarf es des Willens und der Disziplin, über einen langen Zeitraum hart und konsequent zu arbeiten. Schafft das jeder? Will das jeder?

    Jetzt haben wir einen Kandidaten vor uns, der intelligent genug ist und hart genug gearbeitet hat. Er geht in die Prüfung…

    Prüfungen sind, das wissen wir alle, besondere Situationen, auf die der Körper bestimmt reagiert. Es werden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, da eine Stresssituation vorliegt (Puls und Blutdruck steigen, die Bronchien und die Pupillen weiten sich, Energien werden bereitgestellt, indem Fett- und Zuckervorräte des Körpers aus ihren Speichern gelöst werden).
    Der Mensch kann in dieser Situation auf dreierlei Arten reagieren:

    1. Kampf – Fight (also die Energie nach vorne richten)
    2. Flucht – Flight (also die Energie zum Rückzug nutzen)
    3. Einfrieren – Freeze (wie das Kaninchen vor der Schlange)

    Auf die Prüfung bezogen:

    1. Man schreibt sie und hat super Energien dafür – der beste Fall…
    2. Man tritt zurück – gerettet, was zu retten ist…
    3. Man sitzt vor den Aufgaben und bekommt einen Black out – gibt man gleichwohl ab? Hat man den Überblick oder die (individuelle) Möglichkeit zurückzutreten?

    Es gibt Studien aus der Kampfpsychologie (u. a. gefunden in „On Combat“ und „On War“ von David Grossman, Psychologe in West Point), die besagen, dass man sich, je besser man vorbereitet ist, in einer Stresssituation eher bei „Kampf“ wiederfindet; ist keine Garantie aber die Chancen sind höher.

    Also:

    Abschließend haben wir einen intelligenten Menschen, der Wille ist da und die Disziplin auch, er hat hammerhart gearbeitet, ist super vorbereitet, geht in die Prüfung, „Beast-Mode on“ (also keine Flucht, kein Einfrieren) und hat einfach Pech – und fällt durch.

    Nur meine zwei Gedanken zum Thema…

    Euer Attila

    1. Kleine Ergänzung/ Klarstellung:

      Die besagten Studien sagen genaugenommen, dass man sich bei perfekter Vorbereitung weniger wahrscheinlich im Freeze befindet.

      Mithin weniger wahrscheinlich in der Prüfung festfriert und einen Blackout hat.

    2. Hallo,
      ich kann Attila nur zustimmen und möchte noch etwas zur Intelligenz hinzufügen oder zu bedenken geben. In Schule und Studium gab es immer die Mathe- und Mindfächerbegabten und auf der anderen Seite die Mit der Sprachbegabung, der Redebegabung und der Fähigkeit ganz viel Auswendig zu lernen. Wer ist nun intelligenter? Viele die antreten sind gute Praktiker und ihnen liegt möglicherweise die juristische Herangehensweisen nicht. Mangelnde Intelligenz ? Es muss nicht jeder alles können ….
      Julian

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