Der steinige Weg zum Steuerberater ohne Titel

Ich bin eigentlich ein Quereinsteiger in diesem Fachbereich. Habe regulär Abitur gemacht und wollte, aufgrund eines ganzen Schuljahres in USA, eigentlich auch nach dem Studium für immer wieder dorthin ziehen.
Nun kommt es im Leben immer anders als geplant.
Nach einem sehr guten Abitur stand mir vieles offen und somit überredete mich ein Schulfreund dazu, mit ihm zusammen das Auswahlverfahren für Piloten zu probieren. Ich war eher halbherzig dabei, aber wollte ihn auch nicht im Stich lassen. So haben wir fleißig darauf gelernt und vorbereitet.

Wir waren, wider Erwarten, beide erfolgreich und man wollte uns in die Ausbildung aufnehmen. 🙂 Während der Freund mittlerweile Kapitän ist, bin ich nicht diese Laufbahn eingeschlagen. Ich hatte mich zeitgleich noch als Werksstudent bei einem großen dt. Autokonzern beworben und auch hier das Assessment Center bestanden. Ich habe mich für den BWL-Studienplatz mit Schwerpunkt Automobilwirtschaft entschieden, da mir diese Ausbildung fundierter erschien, und ich nach wie vor der Meinung bin das der Beruf des Linienpiloten schnell eintönig wird. (Und wie man jetzt sieht, nicht sehr krisensicher ist).
Nach dem BWL-Studium (2010) zögerte der Autokonzern mit der Entsendung nach USA. Nach zahlreichen leeren Versprechungen und fadenscheinigen Argumenten was alles nicht geht (typisch deutsch), habe ich das Schicksal in die eigene Hand genommen, mich in USA bei einem Autohersteller beworben und bin 5 Monate später nach Texas gezogen. Genau wie ich das wollte.

Dort war ich 2,5 Jahre ununterbrochen und habe die Zeit und die Menschen sehr genossen und viel spannendes erlebt, was mir Deutschland nicht hätte bieten können. Allerdings habe ich bei dieser ganzen Unternehmung nicht bedacht, wie sehr ich Eltern, Schwester und Freunde vermisse. Das war dann auch der Grund für mich, wieder zurück nach Deutschland zu ziehen. Meine amerikanische Partnerin kam sogar mit.

Hier angekommen wollte ich nicht untätig sein, und habe bei meinem Vater in der Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzlei angefangen. Eigentlich nur geplant als Übergang, zog mich das Steuerrecht in seinen Bann und lies mich nicht mehr los. (Hierbei sei angemerkt, im Studium habe ich darum noch einen großen Bogen gemacht.)
Viele Freunde, meine Freundin und sogar Mandanten haben oft geraten doch den Steuerberater anzugehen, was ich anfangs vehement ablehnte. Bei einem Urlaub im Herbst 2014 in Californien, fiel der Entschluss diese Herausforderung anzugehen.

Ich meldete mich bei Endriss für den Samstagskurs an, der im Sommer 2015 startete und 1 Jahr ging. Dieses Jahr war anstrengend, zumal ich noch 40h pro Woche Vollzeit arbeitete und die Wochenenden Stoff nachgearbeitet habe. Im Sommer 2016 nahm ich mir ab Juli unbezahlten Urlaub und belegte einen Klausurenkurs in Präsenz. Leider war die Prüfung 2016 sehr speziell und erwischte mich kalt. (Gewerbesteuer in der Erbst. Klausur, Bauabzugssteuer, Lohnsteuer, und Tag 3 war auch nicht so doll)… Ich bin zurück getreten am letzten Tag.

Wenn man nach 3 Std. nichts mehr zu Papier bringen kann, kann es hier nicht gut ausgehen. Im Nachhinein die richtige Entscheidung, da auch hier ein Skandaljahr vorlag, und der Schnitt auch nach dem Anheben sehr schlecht war. Es ging also nicht nur mir so mit der Prüfung.
Rückblickend betrachtet habe ich hier vermutlich auch einfach zu wenig vorbereitet, bzw. nicht genug Stunden investiert. Aber woher soll man das beim ersten Versuch wissen?

Auf ein Neues in 2017: Ich begann im Frühjahr wieder mit Klausuren und Skripten, und war dann im Sommer 2017 zu einem 6-wöchigen Klausurintensivkurs in Kiel bei Dr. Hutegger. Kurs war super, aber leider fehlten mir bei dieser Prüfung 3 Punkte zum Bestehen. Sehr frustrierend! Ich habe kurz überlegt dagegen zu klagen, aber die Aussicht noch die mündliche machen zu müssen mit diesem Vorzeichen hat mich diesen Gedanken schnell verwerfen lassen. Zumal es erst mein erster gezählter Versuch war. Man hört keine guten Ausgänge der Prüfung von Teilnehmern die sich in die mündliche geklagt haben.

Die Entscheidung gleich weiterzumachen fiel sofort positiv aus, und so meldete ich mich schon im Januar direkt für einen 3,5 monatigen Intensivkurs inkl. Klausurenkurs bei Dr. Hutegger in Kiel an.
Der Kurs war sehr gut, wesentlich mehr gemacht in der Vorbereitung als in den Vorjahren, und ich war der Meinung, jetzt dürfte es im 2. gezählten Versuch durchlaufen. Leider nicht! 🙁 Diesmal fehlten auch mehr Punkte als in 2017, und ich konnte es mir nicht erklären. Es spielt eben auch Glück mit!

Mittlerweile war ich ziemlich ausgebrannt, nachdem die Prüfungsvorbereitung jegliche Freizeit der letzten Jahre in Anspruch nahm. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr auf diesen Marathon. Doch mein Charakter ist absolut keiner der aufgibt.

Zudem zehre ich heute noch von dem Drill während der Schulzeit in Amerika.

Ein Lehrer hat uns alle positiv geprägt. Er hat sich zum Geschichtslehrer umgeschult nach 25 Jahren Army. Nach täglichem Unterricht, ein Jahr lang, waren wir alle motiviert und diszipliniert für alles was noch kam in Schule, Studium und Leben.

Ich habe in der Vergangenheit viel Kampfsport gemacht (Karate und Krav Maga) und bin leidenschaftlicher Radsportler (Rennrad und Mountainbike), und da trainiert man hart, gibt nicht auf wenn man mal was abkriegt, setzt sich Ziele und hat eben auch dabei viel Disziplin gelernt.
Vor allem aber jedesmal wieder aufstehen und erneut kämpfen. Jeder von euch Klausurenschreibern weiß was ich meine, nach einer schlechten Note/Besprechung die nächste Klausur tagsdrauf wieder anzugehen und alles zu geben. No Pain, no Gain!

Die Vorstellung mir immer vorzuwerfen warum ich den letzten Versuch nicht probiert habe, bzw. zu grübeln ob es nicht doch vielleicht geklappt hätte lies mich zunächst entscheiden 2019 ein Jahr Pause zu machen und es dann nochmal zu probieren. Das war allerdings schwer, da immer diese Prüfung noch im Hinterkopf schlummerte, und man einfach in diesem Trott ist.

In 2020 startete ich den 3. Versuch, mit dem Anspruch mindestens 60. Übungsklausuren zu schreiben und nachzuarbeiten, was auch gelang. So begann der Spaß bereits im Februar mit dem Knoll Klausurenkurs, bei dem wöchentlich eine Klausur geschrieben und besprochen wurde. Das war sehr fordernd, da jedes WE komplett mit schreiben und nacharbeiten belegt war bis in den Sommer hinein. Lust hatte ich schon ab Mai keine mehr. Aber durchziehen und alles geben ist nach wie vor das Motto dieser Prüfung.

Ab Juli dann wieder unbezahlten Urlaub bis zur Prüfung. Im August habe ich dann noch einen Präsenzkurs bei Dr. Endriss besucht (18 KL), und im September einen weiteren Online Klausurenkurs (9 KL) belegt. Die Klausur 2020 hatte auch wieder ihre Tücken und Gemeinheiten, und die Zeit war wie immer knapp. Ich habe mir aber fest vorgenommen abzugeben. Einen erneuten Versuch wollte ich nun nicht mehr machen.

Leider hat auch der 3. Versuch knapp nicht gereicht. An zwei Tagen hat nur 1 Punkt gefehlt diese Tage zu bestehen. Wäre Tag 3 etwas, für mich, machbarer gewesen, wäre es durchgelaufen.

Das Ganze zieht mich jedenfalls schwer nach unten, habe ich so viel Zeit und Geld investiert. Die sozialen Kontakte haben sich sehr reduziert und die Psyche honoriert diese Strapazen mit einer mittelschweren Depression, mit der ich aktuell in Behandlung bin.

Wirklich daran gewöhnt habe ich mich noch nicht an die freie Zeit. Ich wache nach wie vor am Wochenende um 7.00h auf und habe das Gefühl das ich mich fertig machen muss um gegen 8.00h am Schreibtisch zu sitzen. Ausflüge erzeugen auch ein entsprechendes Bauchgefühl und schlechtes Gewissen, …das man es sich zeitlich ja gar nicht leisten kann… Ich träume auch nach wie vor von Prüfungssituationen und Klausurthemen. Das war aber bei den Versuchen in den Vorjahren nicht anders. Verfolgt mich ca. 1 Jahr.

Wie geht es weiter?
Zunächst habe ich mir vorgenommen dieses Jahr erstmal ganz normal weiter zu arbeiten und vor allem viel Freizeit zu machen. Hobbys wie Fitness, Radfahren und Wassersport nachzugehen.

Gesund werden ist jetzt das oberste Gebot.

Corona hin oder her, ich investiere im Moment viel Zeit soziale Kontakte wieder aufzubauen und Leute zu treffen. Kurz: das nachholen, was die ganzen Jahre nicht ging und zurück blieb.

Umsonst war dieses Bemühung in meinen Augen dennoch nicht. Mir hilft dieses Wissen privat sehr, u.a. die Verwaltung eigenen Vermögens steuerlich zu optimieren und Investments ab und einzuschätzen, Kapitalanlagen zu verstehen und zu finden und nicht Banken vertrauen zu müssen, die meist nur Mist anbieten.
Ende des Jahres werde ich vermutlich Bewerbungen für die freie Wirtschaft schreiben. Das Wissen habe ich, und habe aktuell viele Spezialfälle die ich erfolgreich löse. Denke da ist man auch ohne Titel gefragt.

Mein Vater wird in den Ruhestand gehen, die Kanzlei verkaufen. Ein paar lukrative Mandate werde ich aber noch nebenher betreuen. Die bestehen u.a. auch darauf, dass ich auch ohne Titel ihr „Steuerberater“ bin und bleibe. Es findet sich immer jemand der Rechnungen unterschreibt 😉 Dafür ist mein Netzwerk mittlerweile groß genug. Auch die Option doch nochmal ins Ausland zu ziehen, ist noch nicht ganz vom Tisch für mich. Mache das etwas vom Ausgang der Wahl im Herbst abhängig…

Ohne Titel sind natürlich noch weitere Möglichkeiten für Einkünfte gem. §15 möglich, die sonst für mich verschlossen wären, z.B. Bauträgertätigkeiten, Vermittlungsprovisionen, etc.. Insofern kann man nicht pauschal sagen, dass es nachteilig ohne Titel wäre, ganz im Gegenteil. Zumindest wird der Verdienst mit Titel vermutlich geringer sein, da man einfach vieles nicht machen kann und auch bei privater Vermögensverwaltung immer aufpassen muss wo man sich beteiligt und investiert.

Ich kann aber dennoch sagen, die Strapazen dieses Marathons sind nicht für jedermann. Man muss hier die Herausforderung mögen und eine Menge Disziplin und Willen im Gepäck haben.
Wenn das nicht der Fall ist, Finger weg von dieser Prüfung! Schon gar nicht angehen, wenn es nur aufgrund von vermeintlichem Karrierevorteil geschieht. Man muss sich innerlich dafür interessieren, sonst bringt man die Energie nicht auf für diesen Marathon.

Ich kann nur jedem raten sich nicht selbst zu beschummeln bezüglich Wissensstand und den Tatsachen ins Auge zu sehen. Auch solltet ihr frühzeitig mit Klausuren anfangen, und nicht erst im späten Frühjahr. Es dauert bis sich das alles setzt dass es Punkte bringt, und selbst dann muss man noch mit allerlei Schikanen rechnen.

Ansonsten ist es eher ein Skandal welche Maßstäbe in den Klausuren angelegt werden, vor allem wenn man bedenkt wie hoch das Durchschnittsalter ist, und wie stark in dieser Branche der Nachwuchs fehlt. Daran sieht man einmal mehr, den nicht vorhandenen Praxisbezug und die Realitätsferne der Finanzverwaltung und dieser Prüfung. Auch eine zahnlose Kammer setzt sich nicht ein, und macht sich zum Büttel der Finanzverwaltung.
Euch viel Glück
Taxvader

14 Kommentare

  1. Hallo Taxvader,

    es tut mir leid das es nicht gereicht hat. Ich danke dir das du deine derzeitige Gefühlslage mit uns geteilt hast.

    Ich habe einen ähnlichen Weg hinter mir 3 Versuche der dritte mit einem Rückzug. Das zeert und wühlt auf und lässt einen vieles in Frage stellen.

    Einerseits ist man froh keine 6 Stündigen Klausuren mehr schreiben zu müssen und den Satz nicht mehr sagen zu müssen: Sorry, ich hab keine Zeit ich muss lernen.

    Kein isolieren und einigeln mehr. Man entdeckt seine alten Freunde und Freuden wieder. Vergessene Hobbys einfach nichts tun wenn einem danach ist. Aber trotzdem kommt manchmal dieser kleine fiese Stich gepaart mit etwas Traurigkeit das es nicht geklappt hat obwohl man es doch so sehr wollte.

    Warum Sticht es einen? Verletzter Stolz, Ehrgeiz? Viele sagen hauptsache man hat sich nichts vorzuwerfen, das stimmt nicht es nervt und wurmt einen trotzdem. Ich habe mir nichts vorzuwerfen im Gegenteil mir wurde letzens von jemanden gesagt das er noch nie erlebt hätte wie sich jemand so Konsequent und mit so viel Ehrgeiz hinsetzt und lernt und quasi über Jahre das Leben absagt.

    Taxvader ich bin Überzeugt davon das du mit deinem Lebenslauf deinen Weg findest bzw. hast du ja schon. Aber ich bin fest davon überzeugt das es uns irgendwann nicht mehr so stört und wir froh sein werden das es so gekommen ist wie es ist.

    1. Hallo Onceuponatimetax,
      erzählst du uns auch deine Geschichte?
      ES würde mich sehr interessieren wie es bei dir dazu gekommen ist?
      Alles Gute
      LG Taxfit

  2. Lieber Taxvadar,
    deine Geschichte hat mich sehr nachdenklich gemacht.
    Was würde ich wirklich durch den Titel gewinnen? Ich bin in einer kleinen Kanzlei und habe interessante Mandanten, freie Zeiteinteilung und fühle mich angemessen bezahlt.. Nebenbei bin auch ich nach § 15 tätig und mache dort die Buchhaltungen etc., welche für meinen Chef nicht interessant sind. Selbstverständlich mache ich keine „Beratung“! Mal ganz ehrlich, wieviel Beratung machen wir schon wirklich. Da wo es dringend notwendig wäre, wissen es die Mandanten doch meist besser als wir!
    Mein Chef unterstützt diese Weiterbildung nicht. Erst dachte ich, er will uns „klein“ halten. Ich habe ihn direkt angesprochen und er sagt, er würde den Beruf nicht nochmal wählen. Er liegt seit vielen Jahren immer mal wieder mit der Kammer im Streit und findet diese überalterten Strukturen einfach nur schlimm.
    Weiterbildung schadet sicher nicht, aber ob ich mich für den Titel entscheide weiß ich noch nicht.
    Dir alles Gute für die Zukunft.
    VG Paula

    1. Liebe Paula,

      die Story sollte Dich nicht demotivieren das anzugehen und zu probieren. Es ist nicht gesagt das es so ausgeht wie bei mir. Aber eben auch nicht alles Gold ist was glänzt und so präsentiert wird. (NWB Blog)
      Und sei Dir eben bewusst, das nach diesem Marathon die Nerven geschreddert sein können.

      Nun, in einer kleinen Kanzlei wird sich für Dich mit Titel sicher nicht so viel ändern. Einzig das man Dir vielleicht den Laden zum Kauf anbietet oder eine größere wirbt Dich ab.

      Da muss ich widersprechen, es gibt doch einiges an Beratung. Und ich berate auch ruhigen gewissens ohne Titel. Das wird seitens der Mandanten erwartet. Das Wissen habe ich nunmal, und das verstecke ich nicht. Aber Du hast recht, es gibt Mandanten die wissen alles besser. Sind aber dann echt jedesmal die, die auch sonst nichts hinbekommen und auf ganzer Linie scheitern. Geht los mit Ordnung/Organisation und endet mit dem nicht vorhandenen Umgang mit Geld.
      Die erfolgreichen und reichen fragen vorher und befolgen unseren Rat, womit sie immer gut gefahren sind.

      Ich glaube Dein Chef unterstützt es deshalb nicht, da er weiß das Du dann entweder weg bist oder eben mehr Geld forderst. Kann für eine kleine Kanzlei, je nach Mandanten, auch schwer werden ein StB Gehalt auf den Tisch zu legen.

      Was ich verstehe ist der Klinsch mit der Kammer. Die setzen sich 0 für die Stb ein! Die Erfahrung haben wir auch schon gemacht. Strukturen voll aus der Zeit gefallen.

      Dennoch solltest Du den Titel anstreben, Du wirst sicher nicht dort in Rente gehen wollen und weißt nie was noch für Möglichkeiten kommen.
      Titel haben/bestehen, heißt nicht zwangsläufig das Du als Stb arbeitest. Kenne 3 Leute die haben die Prüfung zwar bestanden, machen aber was ganz anderes.
      Der eine ist angestellter GF eines Pharmaunternehmens mit 1.400 Mitarbeitern, der andere betreibt ein Hotel mit Restaurant und der andere widerum hat danach zur Heilpraktiker umgeschult. 😉

    2. Liebe Paula,

      an Deiner Stelle würde ich den Titel versuchen, zu bekommen!

      Du weißt doch nie, wie das Leben spielt; irgendwann kommst Du in eine Situation, in der Du denkst, „hätte ich mal doch die Prüfung abgelegt“, dann ist es vielleicht schwieriger oder zu spät.

      Wenn Du Dir zutraust, in der Vorbeireitungzeit hart zu arbeiten, dann mach es!

      Dass Taxvader dreimal durchgefallen ist, ist ja nun nicht regelmäßig bei jedem der Fall (Gott sei Dank!)! Das sind tragische Fälle im Leben; nie ganz auszuschließen, aber doch eher seltener…

      LG
      Attila

  3. Hallo zusammen,

    lieben Dank für eure netten Kommentare!

    Ich möchte mit der Story niemanden abschrecken diese Prüfung zu probieren.
    Es schult einen nicht nur im Steuerrecht, sondern auch in Fähigkeit Probleme anzugehen, durchzuhalten (Disziplin) und macht einen zu Schnelldenkern die schnell komplexe Zusammenhalte durchschauen und verstehen. Merke das immer wieder beim zusammentreffen mit Mitmenschen und Mandanten.

    Aber es gibt eben leider auch die andere Seite, man gibt alles und das ist leider keine Garantie zum bestehen. Bei NWB o.ä. liest man vorwiegend die Erfolgsgeschichten, Mißerfolg wird eher nicht erwähnt, doch die Quote spricht hier leider jedes Jahr für sich.

    @Jeh
    Das der Voll-WP modular zu machen ist, habe ich auch mitbekommen. Allerdings ist der Nachteil, dass der Titel wieder aberkannt werden kann, wenn man nicht 3 Prüfungsmandate nachweisen kann im Jahr. Als kleine Kanzlei ist das nahezu ausgeschlossen heutzutage überhaupt an ein Prüfungsmandat zu kommen. Big 4 sorgt dafür das niemand was abbekommt.
    Abgesehen davon habe ich persönlich einfach keine Lust mehr schon wieder diesen Lernmarathon anzugehen und 7 Klausuren vorzubereiten.

    Ich würde nicht sagen, dass diese Kompetenz im Ausland nicht gefragt ist. Es gibt einige Firmen die in Deutschland Töchter haben und auch vor Ort Experten des dt. Steuerrechts brauchen. Ansonsten kupfern viele Länder das Steuerrecht von uns ab, nur nicht so komplex wie hier. Man würde sich sicherlich schnell im nationalen Steuerrecht des Landes zurecht finden.
    Du solltest diesen Wunsch nicht unversucht lassen.

  4. Hallo Taxvader,

    das ist heftig und tut mir wirklich leid; da schließe ich mich meinen Vorrednern an.

    Aber vielleicht gibt es einen Ausweg: mach den Voll-WP. Hört sich verrückt an? Nicht unbedingt. Den WP kann man mittlerweile modular ablegen (und nicht zwingend komplett an drei aufeinanderfolgenden Tagen) und die Prüfungen sind dreimal im Jahr (und nicht nur im einmal im Oktober). Berechtigt dich ebenso zu den Vorbehaltsaufgaben und Du könntest die Kanzlei übernehmen – auch wenn es noch ein wenig dauern würde. Wäre das vielleicht eine Lösung?

    Hinsichtlich der Option mit dem Ausland: diesen Gedanken hatte ich schon oft, aber irgendwie bin ich halt im Rechnungswesen/Steuerrecht unterwegs: im Inland hochgeschätzte Fachkraft und kaum ist die Landesgrenze überschritten, kann ich mit den Kompetenzen nichts mehr anfangen. Das sieht bei handwerklichen oder medizinischen Berufen irgendwie besser aus. Oder habe ich was übersehen?

    Herzliche Grüße
    JEH

  5. KRASS! Ich bin sprachlos! Du bist ein Kämpfer mit jeder Menge Disziplin, hast viel erreicht, kannst Stolz auf Dich und Deine Leistung sein!
    Lieber taxvader, obwohl ich Dich gar nicht kenne tut es mir so leid für Dich, ich hätte es Dir gegönnt! LG

  6. Hallo Taxveder,
    puh. Als ich deine Geschichte gelesen habe, musste ich erstmal das Handy weg legen.
    Da sieht man mal wieder, das Leben ist leider nicht immer gerecht. Ich hätte dir den Titel so sehr gegönnt. Sei Stolz auf dich für deine Ausdauer und Willensstärke.

    Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute

    Sunny

  7. Hallo Taxvader,
    Danke 🙏
    Ich habe schon einige solcher Schilderungen von Kollegen gehört. So richtig glauben wollte ich sie nicht. Das tut mir leid, eigentlich wollte ich es nur nicht an mich ran lassen. Ich finde es Mutig das du deinen Weg hier mit uns teiltest. Dein Schicksal kann uns alle treffen, neben Wille und Disziplin spielt auch Glück eine große Rolle. Gesundheit ist das Wichtigste im Leben und mit deiner Vita wirst du deinen Weg finden
    Basti

  8. Lieber Taxvader,

    wenn man so Deinen Lebenslauf liest, wäre es eigentlich derjenige gewesen, bei dem der Titel automatisch hätte bestanden werden müssen.

    Du hast selbst geschrieben, dass es im Leben immer/ häufig anders läuft als geplant… für mich eine ganz wichtige Erkenntnis…

    Dein Beispiel zeigt aber auch, wie wichtig Glück in der Prüfung ist… Man kann sich vorbereiten wie ein Weltmeister, aber wenn das Glück fehlt, ist die Prüfung nicht bestanden…

    Dass Dir das nun gleich dreimal passiert ist, ist tragisch… nicht zu ändern, aber tragisch…

    Dir wünsche ich viel Kraft, aus Deiner Depression wieder ganz zu genesen, nach vorne zu schauen und weiterzumachen.

    LG
    Attila

  9. Hallo Taxvader,
    das ist die traurigste Geschichte die ich bisher gehört habe. Das ist unglaublich und schockiert mich zu tiefst. Du hast dir hier absolut nichts vorzuwerfen. Es sind hier nicht die Besten die bestehen. Ich hoffe du kannst das bald abschließen und noch vorne schauen. Ich bereite mich auch gerade auf meinen 3. Versuch vor und pendle zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Auch an Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen besteht kein Mangel 😟
    Ich wünsche dir alles Gute
    Viele Grüße
    Taxfit

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